Die Überschwemmungsmücken

 

Mit 27 Arten macht diese Gattung mehr als die Hälfte aller einheimischen Stechmückenarten aus. Ihre herausragende Stellung unter den Stechmücken erhalten die Überschwemmungsmücken vor allem durch ihr massenhaftes und plageerregendes Auftreten. Es sind insbesondere die Wiesen- und Auwaldmücken (Aedes vexans, Oc. sticticus u.a., am Rhein mundartlich „Rheinschnaken“ genannt), die wegen ihres Massenvorkommens in hochwasserreichen Sommermonaten in vielen Gebieten der gemäßigten Zonen von Bedeutung sind. Ihre Brutareale sind in der Regel temporäre Gewässer im Überschwemmungsbereich größerer Flüsse und Seen mit Wasserstandschwankungen. z. B. an Rhein, Elbe, Donau und Bodensee, die plageerregende Stechmückenarten sind.  Nach dem Schlüpfen als Fluginsekt nach einem Hochwasser bilden die männlichen Mücken Tanzschwärme und locken mit ihrer Flugfrequenz die weiblichen Mücken an. Die Weibchen werden im Fliegen begattet. Nach der Begattung benötigen die Weibchen eine Blutmahlzeit, um die Eireifung zu vollziehen. Mit dem Blut wird der Eidotter gebildet. Die männlichen Mücken stechen nicht, sondern ernähren sich von zuckerhaltiger Flüssigkeit, ähnlich wie die Weibchen, wenn sie keine Eier produzieren. Die Weibchen können bei der Suche nach einem Wirt viele Kilometer (>10 km) wandern.

Nach der Blutmahlzeit, häufig saugen sie an Menschen, es können aber auch Tiere sein, setzen sie sich etwa vier Tage an einen ruhigen Ort, um die Eireifung zu vollziehen. Danach fliegen sie zu ihrem „Geburtsort“ und legen ihre Eier in den feuchten Boden der Senken ab, die vor kurzem noch bei Hochwasser überschwemmt waren. Nach etwa 4 Tagen haben sich die Larven in den Eiern entwickelt. Sie können beim nächsten Hochwasser aus den Eiern schlüpfen, wenn die Wassertemperatur mehr als 8°C beträgt. Sie können aber auch mehrere Jahre (>als 5 Jahre) im Boden liegen, bis sie bei Überschwemmung schlüpfen. Die Larven in den Eihüllen sind Trocken- und Kälteresistent. Im Herbst treten die Larven in den Eiern in eine Schlüpfhemmung. Während die Fluginsekten im Herbst absterben, überwintern bei den Wiesen- und Auwaldmücken nur die Larven in den Eihüllen.

 

Auch die Waldmücken (z. B. Ochlerotatus cantans, Oc. punctor, Oc. communis und Oc. rusticus) zählen zu den Überschwemmungsmücken. Ihre Brutareale sind meist sumpfige Waldgebiete (z. B. Erlenbruchwälder), in denen nach der Schneeschmelze und nach Regenfällen im Frühjahr wassergefüllte Waldgräben und Waldtümpel als Brutplätze entstehen. Die Larven der Waldmücken schlüpfen schon bei einer Wssertemperatur oberhalb 1°C und treten bereits zeitig im Frühjahr als Larven auf (manche Arten können auch als Larven im Winter auftreten). Im April und Mai schlüpfen die Fluginsekten. Die Waldmücken machen sich meist nur im Wald und am Waldrand lästig bemerkbar. Sie wandern nicht so weit (maximal 2 km), wie die Wiesen- und Auwaldmücken.

 

Weiterhin zählen die beiden exotsichen Mücken Aedes albopictus, die asiatische Tigermücke, sowie Ochlerotatus japonicus, die japanische Buschmücke zu den Überschwemmungsmücken.

 

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